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Paarung, Vermehrung, Zuchtbericht


Wie wir ja nun alle aus dem Biologieunterricht wissen, benötigt man zur erfolgreichen Fortpflanzung einer Art meist jeweils mindestens ein Männchen und ein Weibchen... Auf die ausschweifenden und liebestollen Geschichten der Garnelen möchten wir mit Rücksicht auf die Minderjährigen unter uns an dieser Stelle lieber nicht eingehen...!

Nun stellt sich natürlich zuerst die Frage: Habe ich überhaupt Männchen und Weibchen und wie erkenne ich diese?


Allgemein sei gesagt, dass die Weibchen stämmiger und rundlicher aussehen, sowie deutlich größer werden, als die Männchen. Desweiteren haben die Weibchen im Gegensatz zu den Männchen an der Flanke eine deutliche Strichzeichnung, Männchen dagegen haben eine Punktmusterung. Zum Vergleich sind rechts auf dem kleinen Vorschaubild die Beiden Geschlechter zu sehen (mit einem Klick geht's zur vergrößerten Ansicht). Weibchen haben im Vergleich zu den Männchen auch größere Bauchtaschen am Hinterleib. Je älter die Tiere werden, desto deutlicher treten die Geschlechtsmerkmale hervor. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist der im Nackenbereich oft zu sehende Laichansatz der Weibchen, der als dunkler Fleck je nach Entwicklungsstadium relativ gut zu erkennen ist.

Wichtig zu wissen ...


Die Amanogarnele gehört dem primitiven Fortpflanzungstypen an, d.h. nach einer Tragzeit von ca. 4 Wochen schlüpfen keine fertig entwickelten Junggarnelen, sondern ca. 1,5 mm große Larven (bis zu 1000 Stk.), die mit der Strömung der Flüsse ins Meer gespült werden. Die Larven benötigen zur Entwicklung Salzwasser und gehen in den kommenden 4 - 5 Wochen durch mehrere Larvenstadien bis sie fertige Garnelenbabys sind. Während dieser Zeit ernähren sie sich von Plankton. Die fertig entwickelten Junggarnelen wandern dann wieder in die Flüsse um dort zu leben und sich zu paaren. Der Kreislauf beginnt von vorn...

Die Paarung und Vermehrung


Die Vermehrung beginnt mit dem bilden von Laich im Nackenbereich des Weibchens. Die Eier benötigen ungefähr 4 - 6 Wochen um heranzureifen. Sobald sie reif sind häutet sich das Weibchen und gibt Pheromone (Sexuallockstoffe) ans Wasser ab. Daraufhin werden die Männchen richtig irre und schwimmen auf der Suche nach dem Weibchen wie wild durchs Becken, das bezeichnet man auch als Paarungsschwimmen. Manchmal wird davon die ganze Gruppe angesteckt und es herrscht ein heilloses Gewusel. Wenn die Männchen das betreffende Weibchen aufgespürt haben, versuchen sie sich an einer bestimmten Stelle im Nackenbereich an ihr festzuhalten, denn sie versucht jede Annäherung mit schlagenden Bewegungen des Hinterleibes abzuwehren. Wenn es ein Männchen dorthin geschafft hat, krallt es sich richtig fest und hebt den Schwanz so hoch es geht, um nicht von dem schlagenden Hinterleib des Weibchens getroffen zu werden. Dort harrt es solange aus bis das Weibchen für ein paar Sekunden Pause macht. Das ist die Gelegenheit und das Männchen rutscht links oder rechts am Weibchen runter, heftet dann seitlich hängend mit den Endopoden (Begattungsorgane am ersten Schwimmbeinpaar) Samenpakete an der Geschlechtsöffnung des Weibchens an und verschwindet. Kurze Zeit danach presst das Weibchen mit krümmenden Bewegungen die Eier in die Bauchtaschen des Hinterleibes. Dabei lösen sich die geleeartigen Samenpakete auf und es kommt zur Befruchtung der Eier. In den Bauchtaschen bleiben die Eier bis es zum Schlupf der Larven kommt. Gelegentliches "Sortieren und Putzen" gehört dann genauso zu den "Mutterpflichten", wie die regelmäßige Sauerstoffversorgung durch wedeln der Schwimmbeine (Pleopoden). Am Anfang sind die Eier dunkelbraun/-grau, später etwas heller und ab ca. der 3. Woche kann man bereits mit etwas Glück und einer Lupe die ungeborenen Larven in den Eiern erkennen. Nach dem Schlupf treiben die Larven dann als kleine 'Kommastriche' frei im Wasser umher. Überleben können sie im Süßwasser aber nur ca. 4 - 5 Tage. Ein Grund, warum Amanogarnelen nur in küstennahen Fließgewässern vorkommen. Das Weibchen fängt übrigens schon während des Eiertragens wieder an neuen Laich zu bilden.

Entwicklungsstadien der Amanogarnele 'Caridina japonica (multidentata)'


Ob alles 'nach Plan' verläuft, kann man daran erkennen, dass sich die Eier nach ca. einer Woche verändern. Der dunkle Inhalt schrumpft und die Eier werden durchsichtig. Einige Tage vor dem Schlupf ist im Ei nur noch ein kleiner dunkler Punkt zu sehen und man erkennt schon deutlich eine kleine Garnele. Sollten die Eier nach 2 Wochen immer noch ganz dunkel sein, kann man die Hoffnung auf

Nachwuchs eigentlich aufgeben, denn dann ist irgendwas schief gelaufen und das Weibchen wird die Eier nach und nach abwerfen oder mit der nächsten Häutung komplett verlieren. Wenn ein Weibchen aber z.B. kurz nach dem Pressen der Eier in die Bauchtaschen einige von ihnen verliert, ist das normal und hat nichts negatives zu bedeuten. Einige Eier kleben halt nicht so gut oder es wurden so viele produziert, dass die zu weit unter dem Bauch raushängenden Eier keinen Halt finden und abfallen.

Was tun mit einem 'schwangeren' Garnelenweibchen?


Die nächsten Absätze richten sich an diejenigen unter Euch, die es trotz aller zu erwartender Schwierigkeiten einmal mit der Zucht versuchen möchten. Also,... wenn man zum ersten Mal ein Weibchen sieht das Eier trägt, ist die Freude meistens groß und es stellen sich oft umgehend hektische Reaktionen ein. Also erstmal tief durchatmen und Ruhe bewahren. Die Weibchen sind während der Schwangerschaft weder besonders scheu, noch hungern sie die ganze Zeit oder verstecken sich für ein paar Wochen, das ist eher bei Krebsen so. Man wird sie also auch weiterhin sehen und keschern können, wenn man sie denn überhaupt aus dem Becken nehmen will. Solange es keine Fressfeinde gibt oder die Filterleistung nicht so groß ist, das alle geschlüpften Larven gleich angesaugt werden, kann man das Weibchen auch im Elternbecken lassen, nach dem Schlupf die Larven mit einer Taschenlampe in eine Ecke lotsen und absaugen. Wer das Weibchen doch in ein anderes Becken setzen möchte, sollte dies am besten innerhalb der ersten Woche der Schwangerschaft tun. Umso länger sich die Larven entwickeln konnten, desto eher besteht die Gefahr, dass das Weibchen durch den Stress des Umsetzens die Eier abstößt, oder sich frühzeitig häutet, womit dann alle Larven verloren sind. Näheres dazu weiter unten in unserem  Zuchtbericht

Ohh, die Larven sind geschlüpft... Was tun?


Fressfeinde mal ausgenommen... keine Panik, alles ist in bester Ordnung... Die frisch geschlüpften Larven sind in einem reinen Garnelenbecken in absoluter Sicherheit. Zumindest für die nächsten paar Tage, dann müssen sie nämlich ins Salzwasser überführt werden, ansonsten gehen sie ein. Im Süsswasser können sie maximal 4 - 5 Tage überleben. Wie bekommt man nun aber die Larven aus dem Becken? Kurzgesagt: Licht aus, Strömung aus, Taschenlampe o.ä. in eine Ecke, 15 Min. warten (die Larven schwimmen immer zum Licht, d. h. sie sind phototaktisch), Larven mittels dünnem Schlauch absaugen und ins Salzwasserbecken überführen.

Jetzt heisst es Daumen drücken und wenn alles gut geht, sitzen nach ca. 4 - 5 Wochen kleine Amanos im Aufzuchtbecken...

Weiteres

Die Aufzucht der Amanolarven ist eine recht dubiose Sache. Selbst bei völlig identisch vorbereiteten Becken mit gleicher Fütterung, Beleuchtung und Besatzstärke, gibt es scheinbar Faktoren, die den einen Wurf etwas werden lassen und den anderen wiederum nicht. Von entscheidener Bedeutung scheint uns nach diversen Versuchen die Wasserqualität, das Nahrungsangebot, sowie die optimale Versorgung des Muttertiers zu sein. Nur Larven die schon beim "Start" alles notwendige mitbekommen, haben die Vorraussetzung, über die ersten ein bis zwei Wochen zu kommen. Den Rest macht dann die gesunde Wasserentwicklung, sowie das perfekte, mikroskopisch kleine Nahrungsangebot, welches sich im Aufzuchtbecken entwickeln muss.




Logemann'scher Zuchtbericht für Amanogarnelen

Wie ja wohl jeder schon mitbekommen hat, gibt es eine Menge offener Fragen bei der Nachzucht von Caridina japonica (multidentata). Wir beschäftigen uns mit der Nachzucht seit 2001 und leider gibt es zu sehr vielen Fragen noch immer ein großes Fragezeichen. Da es uns aber in regelmäßigen Abständen von ca. 5 Versuchen gelingt einen Wurf durchzubringen, folgt hier ein detaillierter Zuchtbericht nach der Logemann'schen Methode... ;-) Bitte bedenkt, dass hier nur beschrieben wird, wie wir es machen und es sicher noch andere oder bessere Möglichkeiten gibt, also einfach mal selber weitertüfteln ob's nicht noch erfolgreicher geht. Nun aber genug geredet, jetzt geht's los ins Eingemachte!

* Zu den Zahlen in Klammern findet Ihr ganz unten unsere Erfahrungen aus anderen Versuchen.

Zuerst die Vorbereitungen ...

Wir nehmen ein 54er Becken mit Abdeckung (1) in der eine normale 15 Watt Röhre brennt (2), stellen es im Badezimmer oder in einer Ecke ohne direkte Sonneneinstrahlung auf (3) und befüllen es mit 50% Aquariumwasser und 50% Leitungswasser (4). Beleuchtungsdauer ist von 11 bis 23 Uhr (5). Seitenscheiben kleben wir nicht ab. Heizung benutzen wir nicht (6), die Wassertemperatur liegt also im Schnitt bei 22° C. Wie auf dem Bild links zu sehen, haben wir einige Becken mit einer Trennscheibe versehen, dies aber nur um mehr Versuche bei gleichen Kosten machen zu können, wir empfehlen dies nicht unbedingt, da ein größeres Becken einfach stabiler läuft wenn es erstmal eingefahren ist und außerdem ist ein ganzer Wurf eines großen Weibchens viel zu viel für nur 27 Liter. Hinein kommen noch ein bis zwei Plastikdekopflanzen und ein halber kleiner Blumentopf (damit das Weibchen klettern und sich verstecken kann). Dann wird ein offener Luftschlauch mit einem Saugnapf unten in die Mitte der hinteren Scheibe gebappt und Luftblasen so eingestellt, dass man sie grad noch zählen kann (7). Nun erstmal 2 - 3 Wochen laufen lassen...

Nach dieser Zeit sollten schon ein paar grüne und braune Algen an den Scheiben gewachsen sein (Bild rechts). Nun machen wir ca. 1/3 Wasserwechsel, suchen uns ein Weibchen, das erst seit kurzer Zeit Eier trägt (zu erkennen an der dunklen Färbung der Eier) und setzen sie ins Becken. Dann nochmal abwarten und Tee trinken, denn in der Regel dauert es 4 - 5 Wochen bis die Larven schlüpfen. Sollte es länger dauern sind die Kleinen nicht gut entwickelt und eine Chance diese nach dem Schlupf groß zu bekommen ist sehr gering. Wir hatten schon ein Weibchen bei der die Kleinen erst nach ca. 8 Wochen geschlüpft sind und in dieser Zeit ist der neue Laich so gewachsen, dass sie nur einen Tag später neue Eier in den Bauchbereich gedrückt hat. Solch einen Wurf kann man vergessen. Gefüttert wird das Weibchen in dieser Zeit nur mit zwei drei Kügelchen Granulatfutter alle 3 - 4 Tage. Wasserwechsel einmal die Woche jeweils 1/3.

... und jetzt unsere Zuchtanleitung!

Tag 1
Juhuu, Tag X ist da, die Kleinen sind geschlüpft (passiert meistens in der Nacht), es wimmelt von kleinen Kommas im Becken (Bild 1), können bis 1000 Stk. sein, aber wer kann das schon so genau zählen. Nun erstmal locker bleiben, die Larven können bis zu 5 Tagen im Süßwasser überleben. Irgendwo im Becken
müsste jetzt auch die Exuvie (alte Haut) der Mama liegen und die wird nun mit dem Weibchen aus dem Becken genommen. Ebenso werden die Dekorpflanzen und der Blumentopf entfernt. Die Scheiben sollten mittlerweile einen dichtem Belag aus
braunen und grünen Algen haben (Bild 2). Nun kommt die, zugegeben etwas brutal wirkende, Logemann'sche Methode mit dem Salz... Wir schütten das Meersalz (8) direkt ins Becken (Bild 3) und rühren mit einem Stab vorsichtig um (9). Das Wasser wird milchig (Bild 4) und nachdem sich nach
einigen Minuten alles Salz aufgelöst hat, glaubt man mit der Aktion alle Larven getötet zu haben, aber keine Sorge, dem ist nicht so und nach einiger Zeit, wenn sich alles beruhigt hat, sieht man sie alle wieder im mittleren Bereich gegen die leichte Strömung anschwimmen. Das
Ganze sollte einen Salzgehalt von ungefähr 25 Gramm je Liter ergeben (10). Jetzt noch ca. 15 Tropfen Liquizell rein (Bild 5) und alles wird *hoffentlich* gut (11). Wenn dann abens das Licht ausgeht drängen sich alle in eine Ecke, denn sie sind phototaktisch und schwimmen in Richtung Licht und irgendwo schimmert ja immer was in der Wohnung. Man könnte glauben dass sie sich dabei selbst zerquetschen, dem ist aber nicht so (12).

Tag 2
Mit Spannung springt man aus dem Bettchen um zu sehen wie's ihnen geht, doch (grumpf) es ist noch vor 11 Uhr und das Licht ist noch nicht an. Natürlich darf man es anmachen um nachzuschaun, das stört die Larven nicht. Wenn alles in Ordnung ist, dann schwimmen die Larven zum Licht und nach kurzer Zeit sind alle wieder im mittleren Bereich auf halber Höhe versammelt. Wenn mehrere Larven in einer komisch geknickten Form schwimmen ist alles prima (s. Bild), so nehmen sie viel Nahrung auf. Sollten alle relativ reglos im Wasser treiben oder sich zuckend im Bodenbereich aufhalten, ist dies kein gutes Zeichen. Wobei es allerdings wohl auch normal ist, das in den ersten Tagen einige Verluste zu beklagen sind, wichtig ist wie die Masse sich verhält und wie gesagt, wenn die Larven schön in der Strömung stehen und einige wie ein 90° Winkel durchs Wasser schwimmen ist alles bestens. Das Wasser wird immer noch milchig sein, aber nicht mehr so sehr wie gestern. Gefüttert wird Heute nicht...

Tag 3
Das Wasser sollte wieder etwas klarer sein und nachdem das Licht angegangen ist werden 10 Tropfen Liquizell gefüttert.

Tag 4
Heute wird nur mal beobachtet und sonst nichts. Wenn man sich genau gemerkt hat wie groß die Larven beim Schlupf waren, dann sollte man im optimalen Fall nun schon sehen das sie bereits gewachsen sind, wenn nicht, na ja, sind ja auch erst vier Tage alt und das wird schon noch.

Tag 5
Heute wird Spirulina gefüttert. Wir haben uns aus der Apotheke Spirulinatabs gekauft, aber das gibt's im Internet auch günstiger. Wir zerkleinern eine Tab und geben das Pulver in einen kleinen Mixer, nun noch etwas Wasser rein und kräftig mixen bis ein dunkelgrüner Saft entsteht, den nehmen wir mit einer Pipette auf und geben ca. 30 Tropfen ins Becken.

Tag 6
Heut ist wieder Ruhetag... manchmal kann man beobachten wie einzelne Larven an den Scheiben den Algenbelag abgrasen.

Tag 7
So, eine Woche ist um, nun muss man deutlich erkennen können das die Kleinen gewachsen sind, sollte man immer noch nichts erkenn müssen wir Euch leider die Hoffnung nehmen, sie werden vielleicht noch einige Wochen leben, aber das sie durch alle Larvenstadien gehen und irgendwann richtige Garnelen werden ist nicht sehr wahrscheinlich. Heute ist übrigens wieder Ruhetag...

Tag 8
Heute werden 20 Tropfen Liquizell gefüttert.

Tag 9
Ruhetag

Tag 10
15 Tropfen Liquizell füttern.

Tag 11
Heute ist auch wieder Ruhetag... Wenn man genau hinschaut, dann müsste man in diesen Tagen erkennen, wie an einigen Larven eine klitze kleine "Wurst" am Darmausgang (s. Bild) hängt. Das ist natürlich kein Parasit o. ä., sondern das beste Zeichen, dass die Amanolarven ausreichend fressen, Nahrung aufnehmen und eine gesunde Verdauung haben.

Tag 12
Ruhetag. Das Wasser sollte einen grünlichen Schimmer bekommen haben und die Larven schwimmen kräftig durchs Wasser, viele im besagten Knick.

Tag 13
Heute wiederholen wir die Fütterung mit Spirulina.

Tag 14
Ruhetag. Die Larven haben eine rot/bräunliche Färbung bekommen (s. Bild).

Tag 15
Heute wechseln wir 1/3 Wasser (13). Dazu saugen wir das Wasser an und lassen es in einen großen 20 Liter Eimer laufen. Vor dem Schlauchende im Becken halten wir ein Artemiasieb und nehmen eine Ecke im Becken in der nur wenig Larven schwimmen. Der Schlauchdurchmesser sollte nicht größer als 8 mm sein, damit der Sog nicht zu stark ist und die Larven nicht mehr vom Artemiasieb weg kommen. Dann leeren wir den Eimer und füllen ihn mit Frischwasser das möglichst die gleiche Temperatur hat. In den Eimer schütten wir nun ein halbes kg Salz und lösen es durch kräftiges umrühren im Wasser auf. Dann einfach ins Becken damit. Nun noch 20 Tropfen Liquizell füttern.

Tag 16
Ruhetag

Tag 17
Ruhetag. Viele halten sich nun auch schon öfter in Bodennähe oder an Scheiben auf und knabbern dort wachsende Algen ab.

Tag 18
Füttern mit Spirulina, sollte allerdings das Wasser stark grünlich trüb sein, nicht mehr füttern (14).

Tag 19
Ruhetag

Tag 20
Ruhetag. Wenn man die Larven, die ja nun schon riesig sind, länger beobachtet, könnte man vielleicht schon sehen das einige enorm schnell wie eine Garnele durchs Becken flitzen, das tun sie aber ohne Vorwarnung nur für eine Sekunde und dann schwimmen sie wieder wie gehabt.

Tag 21
Nur 20 Tropfen Liquizell füttern wenn das Wasser recht klar ist.

...
Ruhetage

Tag 24
Nur wenig Spirulina füttern wenn das Wasser recht klar ist.

Tag 25
Ruhetag. Nun sollten bereits die ersten fertigen Ganelen im Becken sitzen, man muss aber schon ein wenig suchen um sie zu finden, sie sitzen oft in den Silikonfugen oder an den Seitenscheiben wo sie den Algenbelag abgrasen (s. Bild). Sie sind nach dem letzten Larvenstadium völlig durchsichtig und nicht mehr rot/bräunlich. Im Becken gibt es ausreichend Nahrung und es muss nicht extra gefüttert werden. Wenn die fertigen Garnelen von einem Ort zum anderen schwimmen, schießen sie wie eine Kanonenkugel durchs Becken.

Tag 26
Wenn das Wasser klar ist noch mal 15 Tropfen Liquizell füttern und dann wird die Fütterung eingestellt.

Tag 27
Ruhetag

Tag 28
Heute noch mal 1/3 Wasserwechsel machen.

...
Ruhetage

Tag 33
Mittlerweile sollten fast alle Larven keine mehr sein, sondern als fertige Amanogarnelen Algen abweiden. Ein paar Nachzügler gibt es aber immer.

...
Ruhetage

Tag 44
Nun ist es soweit, die Garnelen können ins Süßwasser. Wir keschern die Kleinen einfach raus und setzen sie direkt ins neue Becken, wobei es zu keinerlei Verlusten kommt. Sofort fangen sie an runzustromern und zu fressen... Wer allerdings auf Nummer sicher gehen möchte, der lässt einfach 50% Wasser ab und befüllt das Becken dann mit Wasser aus dem Aquarium in das sie eingesetzt werden sollen. Nach ca. einer Stunde können die Amanos dann umgesetzt werden (s. Bild).

Na seht Ihr, war doch gar nicht so schwer... Ja, ja, wir wissen, wohl nur wenige kommen bei den ersten Versuchen bis hierhin, da hilft nur weiterversuchen oder aufgeben. Wir beschäftigen uns seit 4 Jahren mit der Aufzucht und es klappt ja auch nicht sehr oft, wenn, dann kann man aber sagen das fast der gesamte Wurf etwas wird und so hat man ja gleich ein paar hundert. Wenn es nicht geklappt hat, dann ist in der Regel auch der gesamte Wurf gestorben, also entweder oder. Wir wünschen viel Glück.

Erklärungen

(1)
Kleinere Becken wie 5 oder 10 Liter haben wir nur ein paar Mal ausprobiert und dabei keine Erfolge gehabt, mit größeren Becken haben wir noch keine Versuche gemacht.

(2)
Verschiedene Leuchtstoffröhren haben weder Verbesserung, noch Verschlechterung ergeben, versucht haben wir Flora Glow, Dennerle Amazon Day, Marine Glow, Sun Glow und Sylvania Aquastar.

(3)
Wir haben 3 Aufzuchtversuche gestartet in einem Becken das auf der Fenterbank stand und hatten keine Erfolge, das ist natürlich bei nur 3 Versuchen nicht sehr aussagekräftig, aber da sich in dem Becken rasend schnell Algen vermehrten, haben wir keine mehr im Tageslichtbereich stehen.

(4)
Versuche mit Osmosewasser haben bei uns zu keinerlei Verbesserung geführt, wer aber kein gutes Wasser aus seinen Leitungen bekommt, dem ist wohl doch zu empfehlen Osmosewasser zu benutzen. Weitere Versuche mit 100% Leitungswasser, oder 100% Aquariumwasser haben bei uns ebenfalls keine sichtbare Veränderung ergeben.

(5)
Bei weniger Beleuchtungszeit erreichten wir nicht den unserer Meinung nach erforderlichen Algenwachstum bis zum Schlupf und bei einer Beleuchtungszeit von 24 Std. wuchsen sehr oft so viele grüne Schwebealgen (Phytoplankton) das man keinen Zentimeter mehr durchs Wasser sehen konnte und in einer solchen Brühe haben wir noch nie Nachwuchs durchgebracht.

(6)
Zu Anfang hatten wir die Becken immer mittels eines Heizstabes auf 25° C gehalten, irgendwann haben wir den aber ausgelassen und die Temperaturen gingen bis auf 20° C runter, dabei hatten wir aber auch nicht weniger Erfolg, sodass wir es für nicht erforderlich halten das Becken zu beheizen. Gerüchte, dass die Larven Nachts zur kleinen Lampe im Heizstab schwimmen und dann verbrennen, können wir nicht bestätigen, so was haben wir nie beobachten können.

(7)
Mit Sprudelsteinen hat es irgendwie nicht so gut geklappt und ganz ohne Wasserbewegung war es auch nicht besser.

(8)
Wir benutzen derzeit Meersalz von Tropic Marine, (Serasalz, Meersalz von Hobby oder RedSea Salt haben wir auch schon ausprobiert und hat ebenfalls funktioniert, Speisesalz haben wir nur zweimal versucht und hatten kein Erfolg.

(9)
Viele Versuche mit leichtem aufsalzen oder das Salz erst in einem Eimer auflösen und 24 Std. gut belüften haben zu keinerlei Verbesserung geführt.

(10)
Wir haben bei vollem Meersalzgehalt von 34 g/l wie auch bei Brackwasser von 17 g/l schon Erfolge gehabt und halten daher den Salzgehalt für nicht allzu wichtig, also haben wir uns für einen Wert dazwischen entschieden.

(11)
Weitere Fütterungsversuche haben wir mit Hefe, Phytoplankton, zerriebenem Flockenfutter, Protogen und Mikrozell gemacht, aber mit Liquizell und gemixtem Spirulina im Wechsel hat es bisher am besten funktioniert.

(12)
Es sollte unserer Meinung nach sogar darauf geachten werden, dass es nicht komplett dunkel ist und die Larven somit keinen Anhaltspunkt mehr haben wo sie hinschwimmen sollen, einige Versuche dieser Art haben wir gemacht und dabei sind nie welche durchgekommen, im Gegenteil, jeden Morgen waren es deutlich weniger. Wer aber unbedingt möchte dass sie sich nicht alle in eine Ecke zwengen, der kann sich ja eine Art Mondlicht oder so basteln, das hatten wir auchmal. So war der ganze Haufen zwar aufgelockert, aber die Erfolgsrate stieg damit auch nicht.

(13)
Wir haben auch schon mehrere Würfe durchgebracht ohne ein einziges mal Wasser zu wechseln, tun dies aber mitlerweile, denn sicher ist sicher. Täglicher Wasserwechsel hat eher geschadet als geholfen.

(14)
Bei uns ist die grünliche Trübung oft unterschiedlich stark, manchmal ist am nächsten Tag alles wieder klar und manchmal hält die Trübung mehrere Tage an. Es scheint sich eine Art Phytoplankton zu entwickeln von dem sich die Larven bestens ernähren, es sollte aber dringend darauf geachtet werden, dieses durch teilweises abdecken der Lichtröhre nicht zu stark wuchern zu lassen, denn wie oben schon beschrieben haben wir keine guten Erfahrungen mit solch grünen Suppe gemacht.

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